Unabhängiges Personenkomitee zum Erhalt
des Autonomen Tiroler Frauenhauses

1) Wer sind wir – Warum sind wir tätig geworden – Was ist unser Antrieb

Wir sind ein Zusammenschluss engagierter Frauen, die dem Verein „Autonomes Tiroler Frauenhaus“, seinen Mitarbeiterinnen und seiner Arbeit, seiner Geschichte und seinem „Schicksal“ respektvoll, würdigend, interessiert und solidarisch verbunden sind.

Wir sind tätig geworden, weil die nun zum unzähligsten Male stattfindende Debatte über Finanzierung und Fortbestand dieser seit 25 Jahren hochkompetent und engagiert arbeitenden Frauen(schutz)einrichtung gegen (familiäre) Gewalt ein gewisses Maß an Unerträglichkeit erreicht hat, umso mehr, als sich darin auch der lapidare Umgang mit einem der ältesten und allgemein anerkannten Tiroler Frauenprojekte und in der Folge den Frauenanliegen insgesamt in diesem Land widerspiegelt: Von den politischen Akteuren und Akteurinnen wird fortwährend die Wichtigkeit des Frauenhauses betont, aber diesen Bekenntnissen folgt fortwährend nichts von Bestand. Denn wie ist es möglich, dass bis zum heutigen Tage noch nicht einmal die wirkliche Zuständigkeit für die Subventionierung geklärt zu sein scheint.

Respekt aber gegenüber der wertvollen Arbeit des Tiroler Frauenhauses und gegenüber den der Gewalt von Ehemännern, Lebensgefährten, Vätern usw. ausgesetzten Frauen und Kindern würde auch heißen, die äußerst knappen personellen Ressourcen der Mitarbeiterinnen des Frauenhauses nicht jedes Jahr seit 25 Jahren und über Monate durch Bettelgänge, Vertröstungen, Hin- und Herschickereien zwischen Ressorts und Beamten/Beamtinnen, Politikern/Politikerinnen und Fraktionen zu belasten – denn all diese Subventionierungsfragen-Marathons müssen ja neben dem „normalen“ Frauenhausbetrieb absolviert werden. Respekt würde sich darin zeigen, dass man es von politischer Seite her, gefestigt über einen unkündbaren parteienübergreifenden Grundkonsens, den Frauenhausfrauen möglichst leicht und angenehm machte, ihre ohnehin komplex schwierige und enorm kräftezehrende Arbeit zu machen, und zwar in der Qualität, für die das Tiroler Frauenhaus ja regelmäßig von allen Seiten Anerkennung erhält. Und dafür, finden wir, könnte, dürfte und sollte die öffentliche Hand einen ganz schönen Batzen Geld in die Hand nehmen. Das wäre einmal wirklich gut angelegt.

Wir fühlen uns zuständig in puncto Solidarität mit dem und Stärkung des Tiroler Frauenhauses, weil wir von der Wichtigkeit genau dieser Einrichtung zutiefst überzeugt sind.
Das ist unser Antrieb.

2) Was haben wir deshalb unternommen + Stand der Dinge

Wir haben am Dienstag, dem 18. Juli 2006, abends, einen Aufruf zum Erhalt des Autonomen Tiroler Frauenhauses gestartet mit dem Ziel, bis zum darauffolgenden Freitag 200 bis 300 Unterstützungsunterschriften zu bekommen, um so den Frauenhausfrauen den Rücken zu stärken.

Was darauf folgte, hat uns selbst überrascht, ja überwältigt: innerhalb von 36 Stunden waren bereits 900 Unterschriften eingelangt, eine Welle von Unterstützungserklärungen, die uns fast an die Grenzen unserer Kapazitäten gebracht hat, und bis Freitagmittag waren es schon 1500 Unterschriften, die Empörung, Fassungslosigkeit, Ärger, Nachdruck für die Unterstützung des Frauenhauses und zum Teil sehr emotionale wie auch etliche sehr fundierte Statements enthalten.

Die Unterzeichnerinnen des Aufrufs kommen aus allen gesellschaftlichen Bereichen, Ärztinnen, Bäuerinnen, Wissenschaftlerinnen, Sozialarbeiterinnen, Juristinnen, Lehrerinnen, Frauen aus der Privatwirtschaft, Schriftstellerinnen, Hausfrauen, Krankenschwestern, Studentinnen, Künstlerinnen, Unternehmerinnen usw. sowie Gründungsfrauen des Tiroler Frauenhauses unterstützen mit Nachdruck unsere Initiative zum Erhalt eines unabhängigen Tiroler Frauenhauses und die Forderungen für einen abgesicherten Weiterbestand dieses seit 25 Jahren bewährten Frauenprojektes.

3) Was wollen wir deshalb

Unabhängiges Personenkomitee zum Erhalt des Autonomen Tiroler Frauenhauses,
c/o 6020 Innsbruck, Müllerstraße 26

Barbara Hundegger (Schriftstellerin),
Monika Jarosch (Juristin & Politologin),
Michaela Ralser (Hochschullehrerin & Psychotherapeutin),
Lisa Gensluckner (Projektleiterin),
Verena Schlichtmeier (Psychologin),
Patricia Gerstgrasser (Patientenanwältin),
Maria-Lydia Hörtnagl (Psychologin & Psychotherapeutin),
Friederike Steiner (Bautechn. Zeichnerin),
Elisabeth Grabner-Niel (Projektkoordinatorin),
Gretl Köfler (Historikerin & Journalistin),
Gabi Unterweger (Patientenanwältin),
Inge Mühlsteiger (Psychologin & Psychotherapeutin)